Fahrradfahren mit Nabenschaltung
Ein Fahrrad mit Nabenschaltung – was genau ist das?
Eigentlich kennt es jeder. Die meisten Citybikes sind mit einem derartigen Schaltsystem ausgestattet. Der gesamte Schaltmechanismus steckt in der Nabe des Hinterrads, daher der Name. Auf dem untenstehenden Foto ein Beispiel für eine Nabenschaltung, mit Einblick ins Innere.

Was spricht für eine Nabenschaltung (im Vergleich zur Kettenschaltung)?
Einer der wichtigsten Unterschiede und zugleich Vorteile ist, dass eine Nabenschaltung so gut wie wartungsfrei ist, und dass das System bei jedem Wetter gut zu schalten ist. Der Schaltmechanismus sitzt wie bereits gesagt in der Nabe des Hinterrades, und Wasser und Schmutz können ihm nichts anhaben. Eine Nabenschaltung hat denn auch keine Schaltwerke, die regelmäßig gewartet werden müssen, um weiterhin gleichmäßig und sanft zu arbeiten. Eine Nabenschaltung kann zudem problemlos mit einem geschlossenen Kettenkasten kombiniert werden, der die Kette gut gegen Wasser und Schmutz abschirmt. Und zuguterletzt hat ein Fahrrad mit Nabenschaltung den Vorteil, dass man auch schalten kann, wenn das Fahrrad still steht. Steht man also an der Ampel und hat noch nicht zurückgeschaltet, dann ist das mit der Nabenschaltung kein Problem: einfach zurückschalten und bequem weiterfahren.
Doch Fahrräder mit Nabenschaltung haben natürlich auch Nachteile. Meist haben diese Fahrräder zwischen 8 und 14 Gänge, die über einen recht großen ‘Bereich’ verteilt sind (= der kleinste und größte Abstand, den man pro Pedalumdrehung zurücklegen kann, also der Unterschied in gefahrenen Metern zwischen dem höchsten und niedrigsten Gang). Mit einem Fahrrad muss man nämlich sowohl Aufstiege bewältigen als auch schnell bergab oder mit Rückenwind fahren können. Dieser ‘Bereich’ kann bei einer Nabenschaltung in 8 bis 14 Stufen unterteilt werden. In der Praxis sind diese Abstufungen oft recht groß. Die meisten Fahrräder mit Kettenschaltung verteilen den ‘Bereich’ hingegen auf 21, 27 oder 30 Stufen (Gänge). So kann man bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung den Gang viel präziser auf das gewünschte Tritttempo, dass Gelände, den Wind, die zu transportierende Last etc. abstimmen. Das bedeutet demnach, dass, wenn man mit einem bestimmten Tritttempo 25 km/h fahren will, man mit einer Nabenschaltung möglicherweise etwas zu schwer oder etwas zu leicht treten muss. Ein anderer Nachteil ist, dass man bei einer Nabenschaltung den Reifen bei einer Panne nicht so einfach entfernen kann, und den Schlauch mit dem Rad am Fahrrad auswechseln muss.
Zu den bekannten Nabenschaltungen gehören die Shimano Nexus-Naben (bei Koga Signature® nicht verfügbar). Sie werden meist für normale Citybikes verwendet. Seit kurzem bietet Shimano einen Nachfolger für die Nexus an: die Alfine-Serie. Die erste Alfine SG-S500 hat nur 8 Gänge, wodurch die Unterschiede zwischen den einzelnen Gängen noch recht groß sind. Die neue Alfine (SG-S700) verfügt über 11 Gänge und hat diesen Nachteil nicht. Dann gibt es noch die Fahrräder mit Rohloff Speedhub 500/14 und 14-Gang-Nabenschaltung – die beeindruckendste Schalttechnik im Bereich der Nabenschaltungen.
Im folgenden nun die Vor- und Nachteile eines Fahrrads mit Nabenschaltung:
Vorteile:
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fast wartungsfrei (auch im Winter)
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keine knarzenden Ketten und Probleme beim Schalten
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Man kann schalten, während das Fahrrad steht
Nachteile:
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Reifenreparaturen sind lästiger, da das Hinterrad schwieriger auszubauen ist
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Die Abstufungen zwischen den einzelnen Gängen können hoch sein (Alfine 8-speed)
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Gewicht
Fahrräder mit Kettenschaltung
Was ist eine Kettenschaltung, und welche Vorteile hat sie?
Eine Kettenschaltung ist ein Schaltmechanismus, der die Fahrradkette auf den Ritzeln des Hinterrades hin und her wechseln lassen kann, meist kombiniert mit einem System mehrerer (bis zu 3) Ritzel auf der Kurbelachse vorne. Auf dem Hinterrad können bis zu 10 verschiedene Ritzel nebeneinander montiert sein. Die kleinen Apparate an den Ritzeln, die die Kette auf ein anderes Ritzel ziehen oder drücken, heißen Umwerfer.
Für wen ist sie geeignet?
Vor allem sportlich eingestellte Fahrer wählen eine Umwerferschaltung, weshalb sie eher bei sportlicheren Tourenrädern und Trekkingbikes etc. sowie bei den ‘reinen’ Sporträdern wie Rennrädern oder Mountainbikes montiert wird: man findet sie bei allem, was der Fahrradenthusiast und der Profi fahren.
Die wesentlichen Vorteile einer Umwerferschaltung liegen im geringen Gesamtgewicht dieses Schaltsystems, seinem geringen Widerstand und der Anzahl der Gänge, zwischen denen man wählen kann.
Im Vergleich zu den gängigsten Nabenschaltungen mit 8, 11 oder 14 Gängen bietet ein Umwerfersystem mehr Gänge, bei Koga 27 bis 30. Das bietet den Vorteil, dass der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Gang (der ’Bereich’) in kleinere Abstufungen eingeteilt ist als bei den meisten Nabenschaltungen. Die effektive Anzahl an Gängen für eine 3x9-Kettenschaltung beträgt normalerweise nicht mehr als um die 15 (bei einer 3x10-Kettenschaltung ein Gang mehr, also 16), je nach Konfiguration der Kettenräder. Der Hauptvorteil ist, dass man kleinere Abstufungen wählen kann: 6 oder 7 % gegenüber 13 oder 14 % bei einer Rohloff- oder Alfine-Nabenschaltung. So hat der Fahrradfahrer unterwegs mehr Auswahl zum Einlegen seines idealen Gangs für die Umstände (Tempo, Streckenbeschaffenheit, Wetter, Wind, Hügel/Berge etc.). Da eine Nabenschaltung weniger Gänge hat, sind die Abstufungen zwischen den einzelnen Gängen viel größer. Die einzigartige Rohloff-Nabenschaltung stellt mit ihren sage und schreibe 14 Gängen dahingehend eine positive Ausnahme dar, die an die Leistungen eines Umwerfersystems anknüpft bzw. für einige Fahrer sogar gleichwertig ist.
Ein zweiter Vorteil einer Kettenschaltung ist der geringere Widerstand sowie das geringere Gewicht. Ein Umwerfersystem erzeugt weniger Reibung als eine Nabenschaltung, sodass mehr Trittenergie in Tempo umgesetzt werden kann und es sich etwas leichter fährt. Eine gut eingefahrene Rohloff- oder Alfine-Nabenschaltung läuft jedoch auch bereits bedeutend leichter als die billigeren Nabenschaltungen. Diese Vorteile können vor allem von den sportlicheren Fahrern ausgespielt werden, oder eben von passionierten Tourenfahrern.
Zum dritten ist eine Kettenschaltung ein ‘offenes’ System, das bequem gewartet und eingestellt werden kann. Das Hinterrad eines Fahrrades mit Kettenschaltung kann für die Wartung oder bei einer Panne viel einfacher und schneller vom Rahmen gelöst werden als bei einem Fahrrad mit Nabenschaltung.
Allerdings passt um ein Umwerfersystem kein geschlossener Kettenkasten, was für manche Fahrer ein Nachteil ist: Die Umwerfer, die Kette und die Zahnräder sind den Elementen ausgeliefert. Regen und Sand bleiben an der Unterseite des Schaltsystems kleben, daher muss die Kettenschaltung regelmäßig gewartet werden: Fährt man nur bei trockenem und schönem Wetter, ist das seltener nötig, fährt man bei jedem Wetter, öfter.
Für viele Fahrräder mit Umwerferschaltung (mit Ausnahme von Rennrädern) ist ein Kettenschutz lieferbar, doch nur die besten bieten guten Schutz. Auch gute Schutzbleche sind wichtig, doch das alles kann nicht verhindern, dass Wasser und Sand sich festsetzen werden.
Ein gut gewartetes Fahrrad wird davon nicht sonderlich beeinträchtigt, doch bleibt die schnellere Verschmutzung ein Nachteil von Fahrrädern mit Umwerferschaltung. Ab und zu nach einer Regenfahrt das Fahrrad zu warten und trocknen hilft. Ein stark verschmutztes System knarzt, schaltet nicht richtig oder gar nicht und läuft merklich schwerer.
Kurz: Ein Fahrrad mit mehr Gängen bietet viel Fahrradvergnügen. Wer als Touren- oder Trekkingfahrer seine Fahrradtouren über längere Strecken plant, mit mehr Gepäck, durch bergiges Gelände oder etwas schneller unterwegs ist, dem kommt eine größere Auswahl an Gängen entgegen, wie bei einem Kettensystem, einer Alfine 11-Gang oder einer Rohloff 14-Gang. Für Rennräder ist ein Umwerfersystem selbstverständlich.
Wer sein Fahrrad das Jahr über in flachen Gegenden fährt, es aber gern mit in Urlaub nehmen möchte, der sollte dem Trend zur Anschaffung eines Allround-Fahrrads mit mehr Gängen folgen.
Vor- und Nachteile eines Fahrrads mit Derailleurschaltung (Umwerferschaltung):
Vorteile:
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Viel mehr Gänge, daher mehr Auswahl für jeden Bedingung
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Geringerer Widerstand
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Gut zugänglich für Wartung und Einstellungsarbeiten
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Geringeres Gewicht
Nachteile:
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justierungssensibel
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schmutzempfindlich, muss gewartet werden (insbesondere im Winter)
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Nicht jeder benötigt alle Gänge
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Gangschaltung muss dann und wann neu eingestellt werden